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Kungsleden: Abisko nach Abiskojaure

Autor: Michael Fiukowski          🔘         Lesezeit: ~4 Minuten

15KM

3-4h

120M

leicht

Zelt


DER ERSTE SCHRITT

Unsere Schuhsohlen betreten, wie damals Neil Armstrong beim Mond, zum ersten Mal in unserer Geschichte den Boden vom Kungsleden. Zumindest sind wir kurz davor, denn das Erste was wir tun ist nach Wegschildern zu schauen oder hinter anderen vollgepackten Menschen hinterher zu laufen. Noch bevor es los geht, gehen wir in die Abisko-Tourismus-Station des STF (Swedish Tourist Association), um zu stöbern. 

"  'Schatz? Du weißt ganz genau, was ich will!', zeige mit dem Finger auf die verschiedenen Patches, die es nur hier zu geben scheint, und nenne sie keine zwei Minuten später mein eigen. Seitdem ich in Schottland damit angefangen habe diese Teile an meinen Rucksack zu nähen, bin ich regelrecht süchtig danach. "

Wir sind uns einig, dass wir Spielkarten brauchen, wenn das Wetter mal schlecht wird und kaufen sie in der Kungsleden-Edition. Wer seinen Rucksack oder andere elementare Ausrüstungsgegenstände vergessen hat, kann das hier zu leicht überzogenen Preisen nachholen. 

Must-Know

Du bekommst generell in allen bewirtschafteten Hütten sowohl Stech- als auch Drehkartuschen und kannst dir sofort in der  Abisko STF-Station eine besorgen. Gaskartuschen sind im Flugzeug nämlich nicht erlaubt.

Wo ist denn der verdammte eingang?

Dialog zur Suche des offiziellen Eingangs zum Kungsleden:

" Wir sind schon auf dem Kungsleden! Siehst du das rote Kreuz da? Das ist er. Wozu soll ich hier noch über eine Stunde umher irren, um ein Foto bei diesem ach so berühmten Eingangstor zu machen, wenn das schon 1 Million Japaner vor mir gemacht haben? Habe ich kein Bock drauf. Kannst du auch gerne googlen und herunterladen. "

" Schaaaatz, ich will jetzt den Eingang finden! Wenn wir schon hier sind, dann gehört das dazu. Ich gehe hier nicht weiter, bis wir den offiziellen Anfang des Kungsleden gefunden haben. Können wir nochmal zurück zur Tourismus-Hütte, um nachzufragen, wo der ist?! " 

Nach einiger Recherche und 45 Minuten später stehen wir am offiziellen Anfang des Königsweges. Das Wetter ist gut und was uns als erstes auffällt, sind die kräftigen Herbstfarben.

Neben uns ist der Abiskojåkka, ein reißender Fluss aus klarem & eiskalten Wasser. Schon jetzt lässt der Weg keine Wünsche offen und wir sind gespannt, wie sich die gesamte Tour entwickeln wird.

Auf den ersten Metern tummeln sich, wie vermutet, viele asiatische Freunde, die sich in Traubenformationen sehr langsam vorwärts bewegen, ohne, dass man zügig vorbei gehen kann. Nach nur einem Kilometer lassen wir sie leichten Herzens hinter uns. Der Weg glänzt mit Birkenwäldern, die für den Kungsleden so berühmten Holzstege und wackeligen Hängebrücken. Die Holzstege sind eine schöne Sache, denn der Untergrund ist meist mit Wasser durchtränkt. So erreichen wir trockenen Fußes am späten Nachmittag die Grenze des Abisko-Nationalparks und wandern noch zwei Kilometer weiter, um an einer guten Stelle das Zeltlager zu errichten. Gut genährt von Pistazien, schlagen wir bei starkem Wind unser Zelt auf und lassen den ersten Tag bei aufgewärmten, gefriergetrocknetem Astronautenessen ausklingen, wie es wohl damals auch Neil Armstrong gemacht hat. Ein toller Auftakt auf dem Kungsleden ist gemacht.

Jedermannsrecht

In Schweden gilt das Allemansrätt, das Jedermannsrecht, was euch dazu befugt in der Natur eurer Zelt aufzuschlagen. Das gilt jedoch nicht für den Nationalpark Abisko. Das Zelten im Nationalpark ist strikt verboten und wird nicht geduldet. Respektiere dieses Grundsatz aus Liebe zu unserer Umwelt.


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